Philosophie

 

 

matthias m. als winnetou 2 kopie

Winnetou
Die Menschen glauben an ihren Schöpfer. Er ist die Spitze des Berges - die einzige.
Nur die Pfade zu ihm sind andere."

 


Karl May schrieb den Roman "Die Felsenburg" in seiner dritten Schaffensperiode, jener Zeit, in der sein Erzähltalent voll zur Entfaltung kam. Die schon in der Antike bewährte Form der Ich-Erzählung, ein hohes Maß an fachlichem Wissen und eine überzeugend vertretene, überkonfessionelle Weltanschauung gehen dabei eine beinahe symbiotische Verbindung ein.

 

Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen“ – mit diesem Bibelzitat endet das letzte Buch der Felsenburg-Trilogie, die ursprünglich unter dem Titel „Satan und Ischariot I – III“ erschienen ist. Einmal mehr zeigt sich in dieser Geschichte das christliche Gedankengut von Karl May.

 

Die auf drei Kontinenten handelnde Erzählung ist zweifelsfrei Karl Mays Versuch, die großen Religionen einander näher zu bringen. Die Personen sind die Hauptdarsteller eines breit angelegten Mysterienspiels vom "Kampf des Lichtes gegen die Schatten“. Gleichzeitig erscheinen die Figuren auf einer zweiten Ebene – der einer Aussöhnung der Religionen - eine Thematik, die heute ebenso aktuell ist wie damals.

 

Der Ich-Erzähler taucht mit Winnetou in die Welt des Großen Geistes ein; er folgt mit den Beduinen der Sahara den Spuren Allahs und bringt seinen Feinden die christliche Nächstenliebe entgegen. In den „Satan und Ischariot"-Romanen vermittelt Karl May dem Leser seine Überzeugung, dass sich der Suchende zum Findenden, der Gewaltmensch zum Edelmenschen verwandeln kann, dies jedoch nur auf dem Wege seines Glaubens an Gott.

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